N E W S

Binnenskipper bis 19,99 m

Innerhalb von fast fünf Jahren ist nun die zweite Sportbootführerscheinreform in Kraft getreten. Seit dem 17.Dezember 2012 darf im See- und Binnenbereich ein Sportboot mit mehr Leistung (bis 11,03 Kilowatt oder bis 15 PS) führerscheinfrei gefahren werden. Ab 10. Mai 2017 ist nun die Länge eines Bootes, für das ein entsprechender Führerschein im Binnenbereich Pflicht ist, angehoben worden.

 

 

Mit dieser neuen Sportbootführerscheinverordnung – SpFV ist der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur dem Bundestagsbeschluss für „Neue Impulse für die Sportbootsschifffahrt“ aus dem Jahre 2011 gefolgt. Beide Verordnungen zum Sportbootführerschein Binnen und See sind zu einer einzigen Verordnung (!) zusammengefasst worden. Hiermit soll zum einen ein Höchstmass an Sicherheit auf dem Wasser erreicht werden und zum anderen sollen die unterschiedlichen Regelungen in der deutschen Sport- und Freizeitschifffahrt im Vergleich zum europäischen Ausland abgebaut werden. Betrachtet man einmal die sehr liberalen Regelegungen in den Niederlanden, Schweden, Großbritannien oder Irland, wo keine Führerscheinpflicht existiert, gab es in der Bundesrepublik Deutschland zwei Führerscheinarten und zwei unterschiedliche Verordnungen.

 

 

Ob nun tatsächlich die neuen Bestimmungen in ihren Ausführungen schlanker geworden sind, darf zuzmindest bezweifelt werden. Die besherigen Bezeichnungen „Sportbootführerschein Binnen“ und „Sportbootbootführerschein See“ sind durch die beiden etwas längeren Begriffe „Sportbootführerschein mit dem Geltungsbreich Binnenschifffahrtsstraßen“ und „Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen“ in einer einzigen Verordnung ersetzt worden.

 

 

Was ist nun neu? Das erste und bedeutendste Merkmal ist, dass die Inhaber des alten und des neuen SBF Binnen (mir ist der neue Begriff zulang) künftig Boote bis 19,99 m führen dürfen (natürlich ohne Bugspriet und ohne Ruder). Eine Ausnahme besteht für den Rhein, hier gilt die Begrenzung bis 14,99 m weiterhin. Sollen Boote geführt werden, die länger als 15 m sind, so ist hier das Sportpatent erforderlich Für den Seeberreich gibt es keine Längenbegrenzung. Fortgefallen ist auch der Streckenkundenachweis für Boote ab 15 m Länge auf bestimmten Gewässern mit dem Sportschifferzeugnis.

 

 

Man sollte aber nicht denken, dass mit einem SBF See* alle Gewässer befahren und/oder alle Boote geführt werden dürfen. Gemäß der Anlage zur SpFV, die das Muster für den amtlichen Sportfbootführerschein darstellt, werden die Berechtigungen in den Schein wie folgt eingetragen:

 

 

IW          Inland Waters, also die alte Berechtigung für die Binnenschifffahrtsstraßen

 

CW        Costal Waters, also für die Seeschifffahrtsstraßen

 

M           Motorschiff

 

S             Segelschiffe

 

 

 

Liest man die neue SpFV genau, fällt die Begriffsdefinition für Sportboote auf. Hiernach sind Sportboote „nicht gewerbsmäßig, für Sport- oder Erholungszwecke verwendete Fahrzeuge, einschließlich Wassermotorräder, ausgenommen Fahrzeuge, die durch Muskelkraft ode nur mit einem Segel von höchstens sechs Quadratmeter Fläche fortbewegt werden“. Dies bedeutet, dass alle Fahrzeuge, die nicht diese Voraussetzung erfüllen, nicht unter den Begriff „Sportboot“ fallen. Dies bedeutet auch, dass Segelboote mit einer max. Segelfläche von 6 m² ebf. nicht als Sportboot gelten und somit führerscheinfrei sind.

 

 

Mit Blick auf den Seebereich ist im Grundsatz alles gleich geblieben. Eine neue Regelung gibt es allerdings doch: Das Mindestalter von 16 Jahren bei Führen eines bisher führerscheinfreien Bootes bis 15 PS ist nun fortgefallen. Im Seebereich sind Boote mit mehr als 15 PS und ohne Längenbegrenzung führerscheinpflichtig.

 

 

Die Prüfungsinhalte zu beiden Führerscheinen sind beibehalten worden. Das Anmeldeverfahren zu den Prüfungen hat sich nur marginal geändert. So ist insbesondere ausdrücklich geregelt, dass der Prüfungsantrag mit den vollständigen Unterlagen bis zu einer Woche vor der Prüfung dem Prüfungsausschuss vorgelegt werden kann, bei dem der Bewerber die Prüfung ablegen möchte. Ein ärztliches Zeugnis ist immer dann vom Arzt in einem verschlossenen Umschlag vorzulegen, wenn nicht innerhalb des vergangenen Jahres ein anderer Sportbootführereschein erworben worden ist. Außerdem benötigen Minderjährige nun die Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters. Schließlich kann die theoretische und die praktische Prüfung zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgelegt werden, allerdings bei einem Prüfungsausschuss desselben Verbandes und innerhalb eines Jahres.

 

 

Interessant ist, dass die neue SpFV in § 6 Abs. 5 die Unzuverlässigkeit insgesamt neu definiert hat. Neben eines Verstoßes gegen verkehrsstrafrechtliche Vorschriften und deswegen eine rechtskräftig Verurteilung vorliegt, wird nun ebenso unzuverlässig eingestuft, wie Tatsachen, die Zweifel an der Zuverlässigkeit begründen können. Dies können insbesondere sein:

 

-       Rechtskräftige Veruteilung wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs,

 

-     Wiederholte, mit Geldbuße geahndete Zuwiderhandlung gegen schiffspolizeiliche Vorschriften,

 

- Rechtskräftige Verurteilung wegen Verstoßes gegen andere Verkehrsstraftatbestände,

 

-  Im Einzelfall rechtskräfti´ge Verurteilung wegen Verstoßes gegen andere Strafttatbestände oder wiederholte, mit Geldbuße geahndete erhebliche Zuwiderhandlungen geen andere verkehrsrechtliche Vorschriften, soweit daraud ein Rückschluss auf das künftige Verhalten des Bewerbers im schiffsverkehr zu ziehen ist, oder

 

-     Kenntnis von der Teilnahme am Verkehr unter dem Einfluß von Alkohol oder anderer berauschender Mittel auch ohne abgeschlossene Straf- oder Bußgeldverfahren.

 

 

Da die neue SpFV nichts darüber aussagt, dass die Prüfung zum SBF See (siehe oben) auch im Ausland abgelegt werden kann, lässt sich daher nur im Umkehrschluss schließen, dass es sehr wohl möglich ist.

 

Last but not least möchte ich darauf hiweisen, dass die diejenigen, die nach bisherigem Recht die beiden Führerschein erhalten haben, ab dem 01.01.2018 ihre Scheine gegen eine einzige Karte im Scheckkartenformat umtauschen können. Auf dieser Karte ist dann, wie im Kfz-Führerschein, der Geltungsbereich gekennzeichnet. Für diese Ersatzausfertigung werden Gebühren in Höhe von 32,-- € erhoben. Bis zum Jahresende 2017 werden noch die Führerscheine im alten Format ausgestellt und sind ab 2018 teurer.

 

 

 

 

Altersgerechte Nutzung und Planung von Marinaanlagen

Im Oktober 2016 ist bei BookOnDemand ein kleines Handbuch erschienen, das endlich einmal kurz und bündig sowie mit einfachen Worten auf 143 Seiten die Probleme bei der Benutzung der heutigen Marinaanlagen beschreibt. Besonders die älteren Bootssportler unter uns haben oft mit Hindernissen zu kämpfen, die sich beim Umbau und der Planung neuer Anlagen beseitigen lassen.

In einem ersten Teil wird die richtige Handhabung einer Marinaanlage beschrieben und im zweiten Teil folgen die hierzu passenden Vorschläge für einen zukünftigen Bau von altersgerechten Anlagen.

Hierbei wird die richtige Bedienung von Ver- und Entsorgungsanlagen ebenso angesprochen wie die problemlose Nutzung einer Slipanlage. Im zweiten Teil wird dann das Pendant zum altersgerechten Bau dieser Anlagen anhand von Skizzen beschrieben. Sogar die Anforderungen an benutzerfreundliche Schleusen werden nicht ausgespart.

Prof. Dr. Dipl.-Ing. Heiner Haass von der Hochschule Anhalt hat als langjähriger Sachverständiger mit diesem kleinen Handbuch ein Thema begonnen, das unbedingt weiter verfolgt werden muss. Die demografischen Folgen machen auch bei den Bootssportlern nicht Halt. Auch sie werden älter, nur die Boote, Schiffe und Marinaanlagen bleiben so wie sie schon seit Jahrzehnten bestehen und werden nicht auf die sich verändernden Anforderungen um- oder ausgebaut. Es sollte einen zweiten Band dieser Reihe geben. Hierzu hat der Geschäftsführer von Boots- und Charter-ABC schon viele Ideen.

Das Handbuch kann bei  www.book-on-demand oder im Fachbuchhandel mit der ISBN 978-3-86460-569-7  zum Preis von 15,99 € bestellt werden.

 

Neues für die Schleuse

Nun, ganz so neu sind diese Hilfmitteil nicht, aber ich konnte sie erst jetzt auf einer Moseltour testen.

Wenn Sie sich das Schleusen erleichtern wollen, verwenden Sie anstatt Festmacherleinen einen Schleusenhaken. Den gibt es mit und ohne Seil. Damit ersparen Sie sich das lästige Nachfassen eines Seiles von Poller zu Poller. Fahren Sie bis zu einer Leiter in der Schleuse und haken den Schleusenhaken von Stufe zu Stufe ein (Bild 1). Das ist einfacher und sicherer, wenn Sie mit einer Leine noch nicht geübt sind. Der Haken mit Seil besitzt außerdem einen ca. 40 cm großen Augspleiß, mit dem Sie einen noch besseren Halt besitzen, wenn Sie das Auge UND das Seil festhalten (Bild 2). Achten Sie aber bei diesem Haken darauf, dass das Auge sehr fest mit der Schraube geschlossen ist, sonst könnte es sich bei größerer Zugkraft zuziehen.

 

Aus eigener Erfahrung sollten diese beiden Hilfsmittel aber nur dann verwendet werden, wenn Sie nicht mit einem Berufsschiff oder einem Fahrgastschiff zusammen geschleust werden. Bei Ausfahrt könnte dann ein so großer Schwell entstehen, dass Sie Ihr Boot ohne Festmacherleine nicht mehr halten könnten.

 

 

Wie lang ist das Boot nun wirklich?

Vergangenen Monat auf dem Boot stellte sich für mich wieder einmal die Frage, wie lang das Boot nun wirklich ist. Mit der folgenden Erklärung möchte ich einmal die unterschiedlichen Begriffsinhalte und deren Anwendung deutlich machen.

 

 

 

In den verschiedenen gesetzlichen Vorschiften und in der Literatur gibt es drei Begriffe, die für Verwirrung sorgen können. Als erstes ist die „Länge“ eines Schiffes oder die „Schiffslänge“ zu nennen. In § 1 Sportbootführerscheinverordnung – Binnen – SportbootFüV-Bin heißt es, dass im Sinne dieser Verordnung Sportboote gelten, die von ihren Bootsführern nicht gewerbsmäßig, gewöhnlich für Sport- oder Erholungszwecke von weniger als 15 Meter LÄNGE (ohne Ruder und Bugspriet) verwendet werden. Genauer gesagt sind es also Schiffe bis 14,99 m. Viele Bootsführer verstehen hierunter aber eine Länge des Schiffes einschließlich Bugspriet und Badeplattform. Nun, dass das Bugspriet hierzu eben nicht gehört, steht ja in der Verordnung, aber wie wird denn die Badeplattform gerechnet? Genau das ist die Frage, die in keiner einzigen gesetzlichen Vorschrift beantwortet wird. Da wir in einem deutschen Rechtsstaat leben, müsste alles, was als verboten gilt, auch in einer solchen Vorschrift genannt sein. Hieraus lässt sich nun zweierlei ableiten:

 

1.      1. Wenn die Badeplattform mit den Schiff in einem Guss verbunden und auch in einem

          laminiert ist, zählt

sie      zur Schiffslänge mit,

 

2.      2. Wenn die Badeplattform (nachträglich) angeschraubt oder absenkbar ist, gehört

          sie nicht zur Schiffslänge.

 

Über dieses Thema wird i.d.R. aber erst dann zu diskutieren sein, wenn man ein Boot kaufen oder fahren möchte, das sich mit Bezug auf die Binnenschifffahrtsregel an der 15-m-Marke bewegt. Bei einem Boot mit einer Rumpflänge von z.B. 12 m dürfte es wohl egal sein, wie lang eine Badeplattform ist, solange die 14,99 m nicht überschritten werden.

 

Nun sind wir beim Begriff „Rumpflänge“. Im Hinblick auf die Vermessung eines Schiffes stellt das BSH Schiffsmessbriefe aus, die Voraussetzung für die Eintragung in das Seeschiffsregister sind. Diese Pflicht beginnt bei einer Rumpflänge von mehr als 15 m, und bei Sportbooten bis unter 24 m ist eine Eintragung unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig und beschränkt sich dann lediglich auf eine Feststellung der LÄNGE im sog. „Vereinfachten Verfahren“.

 

Die Rumpflänge wird durch Zeichnungen deutlich (siehe Abb.). Hier ist es die Länge des Schiffsrumpfes, also ohne Bugspriet und ohne eine Badeplattform, sei es eine festverbundene, angeschraubte oder absenkbare. Die LÄNGE des Schiffes im vereinfachten Verfahren wird durch Zeichnungen, Informationen und sonstigen hilfreichen Erklärungen unterstützt.

 

Beim Begriff „Länge über Alles – LüA“ wird deutlich, dass hier zur Länge alles zählt. In Art. 2 Abs. 8 des Internationalen Schiffsvermessungs-Übereinkommen von 1969 heißt es: „Die Länge über Alles gibt die Länge des Schiffes an, die zwischen den zwei Geraden vorliegt, die senkrecht zwischen den äußeren Punkten des über bzw. unter Wasser liegenden Schiffskörpers gezogen werden.“   

 

Zum Schluss die wichtigsten beiden Anwendungen in der Sportschifffahrt. Wenn es um die Länge eines Schiffes geht, dann doch zunächst um die max. Meterzahl, bis zu der ein Skipper mit einem Sportbootführerschein-Binnen ein Schiff noch führen darf. Hierzu habe ich eine Erklärung geliefert. Die weitere Anwendung ist bei den Liegegebühren zu beachten. In den meisten Hafengebührensatzungen ist nur vom Begriff der „Schiffslänge“ die Rede, doch geht es hierbei i.d.R. um die LüA, denn genau dieser Bereich muss ja für das Schiff im Hafen frei sein und auch bezahlt werden.

 

 

Verkehrsregeln digital

Mit den neuen Regeln in den Niederlanden im Binnenvaartpolitiereglement, die seit 01.01.2016 gelten, darf nun nicht nur das BPR selbst digital lesbar auf einem PC, Reader oder Smartphone mitgeführt werden, sondern auch das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk.

Erdanker für Frankreich

Im Gegensatz zu den Kanälen und Wasserwegen in den Niederlanden, wo die MARREKRITE sich um die zahlreichen Anlegestellen kümmert, gibt es in den französischen und belgischen Kanälen keine gemeinnützige Organisation, aber auch keine mit Pollern und Klampen versehene Anlegestellen. Hier darf man im Prinzip überall anlegen, wenn man sich nicht an unübersichtlichen Stellen oder vor einer Schleuse befindet. Aber woran soll man anlegen? Bäume sind vollkommen ungeeignet und sollten schon aus Naturschutzgründen  nicht als Festmacher dienen. Hat man aber geeignete Erdanker und einen entsprechenden Hammer mit an Bord, ist das alles kein Problem. Geeignete Erdanker sind aber so leicht nicht zu bekommen. Weder im Internet, noch im Baumarkt kann man sie kaufen. Deshalb habe ich für einen Freund einmal ein Paar selbst hergestellt. Die Klampe habe ich noch zusätzlich eingeschweißt, da das Tau dann nicht ausrauschen und man den Anker auch noch für andere Zwecke verwenden kann.

 

Material: Eisen 4 mm stark

Form: T-Eisen

Seitenlänge: 30 mm

Länge: 600 mm (Abb. EA 600) aber auch länger möglich

Gewicht: ca. 1,6 kg

Klampe: 200 mm Gesamtlänge, 10 bis 14 mm stark aus Drehstahl,

in T-Eisen geschweißt

Ausführung: doppelt mit schwarzer Schutzfarbe lackiert

Herstellung: nur auf Bestellung ca. 8 Tage

Abgabe: ja nach Wunsch, zweckmäßig sind 3 Stück

Kosten: 25,-- € pro Stück (EA 600) ohne Verpackungskosten aber incl. in Deutschland geltender aktueller MwSt..

Erdanker 600
Erdanker 600















Kennen Sie den Spruch...?

Es gibt nicht nur Zahlen, Daten und Fakten, die ich auf meiner Homepage bereitstellen möchte, sondern auch einmal etwas zum Schmunzeln oder Nachdenken. Aber selbst das birgt etwas Informatives in sich.

 

In unserer alltäglichen Sprache tauchen schon einmal Redewendungen auf, die ursprünglich aus der Seefahrt stammen, und trotzdem werden sie auch von denjenigen benutzt, die gar nichts mit dem Wassersport zu tun haben.

 

Hier werden zehn Redensarten vorgestellt!

 

 

1.      … Klar Schiff machen

Ursächlich bedeutete dies, dass ein (Kriegs)Schiff in den Gefechtszustand versetzt werden sollte. Wenn es nun nicht gerade ein Kriegsschiff ist, hatte es die Bedeutung, das Schiff aufzuräumen, zu putzen und sauber zu halten.

Heute wird diese Redewendung dazu benutzt, um eine leidige Angelegenheit zu bereinigen oder ein Gerücht aus der Welt zu schaffen.

 

 

2.      … Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Dass dieser Satz nun tatsächlich aus der Seemannssprache stammt, ist wohl unstrittig. Diese schon sehr alte Redensart hat sich auf vielen Schiffen in der Vergangenheit bewahrheitet. Man hat herausgefunden, dass die intelligenten Tiere, die früher auf vielen Segelschiffen anzutreffen waren, Gefahren schon sehr früh erkannten und dann lieber in die offene See sprangen, als mit dem Schiff unterzugehen.

Heute wird die Redensart dann benutzt, wenn nicht unbedingt Gefahr, aber sonstiges Unheil, droht und die für dieses Unbill Verantwortlichen sich aus dem Staube machen.

 

 

3.      … Die Schotten dicht machen

Schotten sind wasserdichte Quer- und Längswände meist in großen Schiffen (z.B. Containerschiff, Passagierschiff, Tanker), die bei einer Havarie geschlossen werden können, um ein vollständiges Sinken des Schiffes zu verhindern.

Heute macht jemand „die Schotten dicht“, wenn er nicht weiter behelligt werden will. Ein im Verhör Stehender macht „die Schotten dicht“, wenn er weitere Aussagen verweigern will. Die Verteidiger im Fußballspiel machen hinten „die Schotten dicht“, so dass die Gegenmannschaft keine Torchancen mehr haben.

 

 

4.      … Mit allen Wassern gewaschen sein

Auf den früheren Segelschiffen war ein Matrose mit „allen Wassern gewaschen“ wenn er die damaligen bekannten „Sieben Weltmeere“ bereist hatte. Das heißt also, dass er Vieles gesehen und erlebt hat.

Heute hat die Redensart die Bedeutung, dass eine Person nicht nur in der Welt weit herumgekommen sein muss, sondern auch, dass sie sich in vielen Dingen sehr gut auskennt oder sehr viel Erfahrung besitzt. Dieser Person kann man so leicht nichts vormachen und lässt sich nicht so leicht beeinflussen. Sie kann somit ein harter Verhandlungspartner sein.

 

 

5.      … Eine Handbreit Wasser unter dem Kiel
     wünschen

Dies ist ein schöner Seefahrergruß, mit dem man dem anderen zum Ausdruck bringen möchte, er möge nicht mit seinem Schiff auf Grund laufen.

 

 

6.      … Eine Breitseite abfeuern

Mit Breitseite ist die lange Seite eines Schiffes gemeint. Dies kann die Steuerbordseite, also die rechte Seite, sein oder die Backbordseite, also linke Seite. Wenn früher ein (Kriegs)Schiff eine Breitseite abfeuerte, dann waren es alle auf der entsprechenden Seite zur Verfügung stehenden Geschütze.

 

Wenn man heute im übertragenen Sinne eine Breitseite auf jemanden abfeuert, greift man ihn mit allen sprachlich zur Verfügung stehenden Mitteln an. Zum Beispiel kommt es in der Politik vor, dass die Opposition auf die Regierung „eine volle Breitseite abfeuert“.

 

 

7.      … Mit Mann und Maus untergehen

Wenn in der früheren Seefahrt ein Schiff mit der gesamten Besatzung unterging, sagte man, dass es mit Mann und Maus untergegangen war. Hiermit sollte deutlich gemacht werden, dass es keine Überlebenden gab, selbst eine Maus nicht. Die „Maus“ stand dabei für das Geringfügige oder Unbedeutsame, aber oft waren auch tatsächlich Mäuse an Bord, denn Schlupflöcher gab es auf den hölzernen Schiffen immer einige und Proviant ebenso.

 

Wenn heute z.B. ein Traditionsunternehmen nicht mehr auf dem Markt vorhanden ist, sagt man auch, dass es mit Mann und Maus untergegangen ist.

 

 

8.      … Schlagseite haben

Wenn ein Schiff z.B. wegen falsch geladener Ladung leichte Schieflage hat, ohne dass die Besatzung gefährdet ist, sagt man, dass es „Schlageseite hat“.

 

Heute wird diese Redensart i.d.R. dann gebraucht, wenn ein betrunkener Gast mal zur einen, mal zur anderen Seite torkelt.

 

 

9.      … Die Segel streichen

Diese Redensart hat nichts mit dem Malerberuf zu tun. Es würde sicherlich auch schwierig sein, Segel eines Segelschiffes zu streichen. Mit Segel streichen ist das Einholen der Segel gemeint, so dass der Wind keine Angriffsfläche mehr besitzt.

 

Es kann aber auch eine Begrüßung oder Ehrenbezeichnung sein. Wenn ein Segelschiff einem größeren Segelschiff begegnet, das auch noch einer mächtigeren Nation angehört, wird entweder die oberste Flagge herabgelassen oder das Topsegel gestrichen.

 

Im übertragenen Sinne streicht man die Segel, wenn man eine Sache aufgibt.

 

 

10.  … Etwas vom Stapel lassen

In der Seemannsprache bezeichnet man einen Stapel mehrere übereinander geschichtete Holzbalken, auf denen ein Schiff während der Bauzeit aufliegt. Wird es schließlich ins Wasser gebracht, sagt man, es wird vom Stapel gelassen.

 

Im erweiterten Sinn bedeutet es, dass etwas Neues auf den Markt gebracht wird. Oft wird diese Redensart aber im negativen Sinne benutzt. Wenn jemand etwas Provozierendes, Ungehöriges oder Übertriebenes von sich gibt, „lässt er etwas vom Stapel“.

Auftakt zur Saison 2015

In der Hoffnung, dass Sie die Wintermonate bisher gut hinter sich gelassen und viele Messen besucht haben, möchte ich Ihnen nun für die baldige Saisoneröffnung 2015 ein paar Hilfen zur Hand geben.

 

Im Folgenden finden Sie Checklisten, die Sie zu Saisonbeginn bzw. zur ersten Fahrt auf dem Wasser abhaken können. Diese, wenn auch auf den ersten Blick umständliche Arbeit, erspart Ihnen viele Umstände, sollten Sie etwas vergessen haben und sich bereits auf dem Wasser befinden. Bitten Sie Ihre Kinder um Hilfe oder diejenigen, mit denen Sie den nächsten Törn unternehmen möchten. Alle lernen dabei das Schiff kennen und haben sicherlich auch Spaß daran.

 

Ich habe die Liste in sieben Bereiche aufgeteilt, die Sie nach Ihren speziellen Bedürfnissen anpassen können. Manches ist vielleicht doppelt, aber vergessen Sie nicht: Oft werden die Dinge in unterschiedlichen Situationen benötigt und dann ist es zweckmäßiger, wenn man sie auch doppelt besitzt, wie z.B. ein Fernglas oder die Taschenlampe. Welche Dinge Sie letztlich benötigen oder prüfen wollen, entscheiden Sie selbst. Die Checkliste soll lediglich als Vorschlag gelten, damit Sie sich an Bord sicher und wohl fühlen können.

 

In der ersten Spalte können Sie die Dinge abhaken, in der zweiten sind sie genannt und in der dritten Spalte können Sie Bemerkungen anbringen. Jedes Thema kann separat ausgedruckt werden (zum Download siehe „Kontakt und Downloads“)!

 

1.                  Allgemeines

2.                  Pantry

3.                  Salon und Kabine

4.                  Persönliche Dinge

5.                  Sicherheitsausrüstung

6.                  Routenplanung

7.                  Navigation

 

Zwei Tipps zum Schluss:

1. Achten Sie beim Landanschlusskabel darauf, dass es zum einen ein CE-Zeichen besitzt, über entsprechende Landanschlusssicherungen und Adapter verfügt sowie zum anderen nicht länger als 25 m und nicht kürzer als 10 m ist, da der Leitungswiderstand zu groß werden könnte.

2.  Wenn Sie ein Trailerboot oder ein Segelboot zu Wasser lassen wollen, achten Sie darauf, dass Sie vorher alle Ventile und Öffnungen unter der Wasseroberfläche schließen, damit Sie IM Wasser keine Überraschungen erleben.

 

 


Internationale Bootsexperten

„Überlassen Sie die Auswahl eines kompetenten Sachverständigen nicht dem Zufall sondern uns“ – so lautet ein Slogan der Internationalen Bootsexperten e.V., wenn Sie den Zustand oder den Wert eines Bootes beschreiben wollen. Damit haben die Experten Recht. Im Bereich der Bootsbewertung spielen mehrere und vor allem andere Bewertungskriterien eine Rolle, als bei einem Haus oder Kfz.

Beim richtigen Wert fängt es ja schon an: Welche Art von Wert ist denn gemeint, wenn es um die Angabe eines Preises in den verschiedensten Kaufportalen geht?! Ist es der Verkehrswert wie im Steuer- oder Grundstücksrecht? Ist es der Neuwert,  der Zeitwert oder der Gemeine Wert? Weiter geht es mit Reparaturen und Zustand des Bootes. Wissen Sie, was wirklich ein Schaden ist oder gar eine Havarie? Kennen Sie die Yacht-Schwackeliste Marine? Wenn Sie also ein Boot erwerben möchten, erkundigen Sie sich bei den Bootsexperten! Diese helfen Ihnen aber nicht nur bei Gerichts-, Privat-, Ver- sicherungsgutachten oder sonstigen Gutachten, sondern auch bei Gutachten für Steg- und Hafenanlagen, Qualitätssicherung, Reparatur-überwachung oder bei Bau- und Umbaufragen eines Bootes. Es zahlt sich aus, einen Experten zu fragen!

Der Internationale Bootsexperten e.V. ist in der Geschäftsstelle, Evelyn Breuer unter 02254-837 oder unter info@bootsexperten.de erreichbar. Oder schauen Sie einfach einmal auf www.bootsexperten.de nach! Einen Bootsexperten gibt es sicherlich auch in Ihrer Nähe!

 

Johan-Friso-Schleuse Stavoren eröffnet

Die zweite Kammer der Johan-Friso-Schleuse in Stavoren wurde am 08. Mai 2014, leider bei regnerischem Wetter, durch seine Majestät König Willem Alexander der Niederlande offiziell eröffnet. Da die gesamte Schleusenanlage den Namen des viel zu früh verstorbenden Bruders von Willem Alexander trägt, war es insgesamt ein bewegender Augenblick, als der König an Bord der Segelyacht mit einem goldenen Schlüssel zu sehen war.

 

Die neue Schleusenanlage wurde sehr varibal gebaut. So weist sie eine Breite von 7,0 m bis 18,0 m auf und eine Tiefe von 2,6 m bis 3,0 m auf. Durch den Knick in der Schleuse selbst können die Schiffe zweckmäßiger verteilt werden, und auch das Manövrieren geschieht reibungsloser.

 

 

Vorsicht Kontrolle!

Die niederländische Wasserschutzpolizei kontrolliert vermehrt Schnellfahrer. Deshalb mein Rat: Halten Sie sich an die Geschwindigkeitsregeln und achten Sie auch auf die sonstigen Regeln auf dem Wasser. Wenn Sie unbedingt einmal schneller fahren wollen, dann suchen Sie ein Schnellfahrgebiet auf, das auf meiner Homepage zum Download bereit steht (siehe unter HEADLINES ganz unten). Auch Alkohol hat am Ruder nichts zu suchen. Ebenso sollten Sie die entsprechenden Papiere an Bord bereit haben, wenn Sie konrolliert werden sollten.

Das Bußgeld für einzelne Verstöße beträgt z.B. für

bis zu 6 km/h schneller als erlaubt bei Schiffen kleiner als 20 m          90,-- €

von 6-15 km/h schneller als erlaubt                                                    130,--€

fahren ohne Führerschein bei einem Schiff bis 20 m                           550,-- €

segeln in einem verbotenen Gebiet                                                    230,-- €

Funkgerät an Bord, aber ohne Zertifikat                                            250,-- €

ankern in einem verbotenen Gebiet                                                   340,-- €

fahren in einem verbotenen Gebiet                                                    340,-- €

keine Rettungsweste an Bord bei einem schnellen Boot                      45,-- € pro Pers.

Wasserski in einem verbotenen Gebiet                                              230,-- €

Sie sehen, dieses Geld kann man sich zweckmäßiger eingesetzt vorstellen. Ich wünsche Ihnen weiterhin enen schönen Urlaub auf dem Wasser.

Siehe auch unter Downloads: Bußgeldkatalog_NL.PDF

 

 

Erste Auswirkungen des demografischen Wandels

Ab 01. Juli 2014 soll in den Niederlanden für die Bootsführerscheininhaber, die älter als 70 Jahre alt sind und die die kleine Lizenz (klein vaarbewijs) besitzen, die fünfjährige ärztliche Untersuchung fortfallen. Man hat festgestellt, dass ältere Menschen auf dem Wasser nicht mehr Unfälle verursachen. Außerdem führe dieser Fortfall zu weniger Verwaltungsaufwand. Ich sehe aber noch einen weiteren Vorteil aus demografischer Sicht: Die Älteren können somit wesentlich länger ihrem Hobby nachgehen! Natürlich gilt dies alles nur für Boote bis 15 m Länge. Außerdem dürfen die Boote nicht schneller als 20 km/h sein. Der niederländische Ministerrat hat dies noch in diesem Frühjahr beschlossen, damit die Führerscheininhaber noch die Saison 2014 genießen können. Wenn schon nicht alle Boote altersgerecht gebaut werden, so führt eine solche Entscheidung in die richtige Richtung.

 

 

Demografie und Wassersport

 

WASSERSPORT UND HÖHERES  LEBENSALTER

                                                                                  - unvereinbar ?

 

Glaubt man manchen Autoren in den verschiedenen Fachzeitschriften zum Wassersport, so könnte man glauben, dass die abnehmenden Zahlen in den Wassersportvereinen auf unzureichende Öffentlichkeitsarbeit im Wassersport oder auf nicht mehr ganz zeitgemäße Vereinssatzungen zurück zu führen sind. Der wahre Grund dieses Problems wird kaum oder gar nicht angesprochen: Die Folgen des demografischen Wandels!

 

Obwohl natürlich u.a. das Tauchen, der Wasserski oder das Angeln ebenso Wassersportarten sind, soll im Folgenden der Bootssport angesprochen werden.

 

Wir werden älter, weniger und bunter! Das ist eine Tatsache, und eine Umkehr ist eher unwahrscheinlich! Die Frage ist nur; wie wir vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis Konzepte entwickeln, um dem demografischen Wandel zu begegnen; um ihn gestalten zu können.

 

 

Nicht nur Wassersportvereine haben Probleme mit dem Nachwuchs, sondern alle Vereine, und nicht nur die, auch zunehmend die meisten Arbeitgeber. Aber bleiben wir beim Wassersport. Sowohl auf der boot in Düsseldorf im Januar 2013 als auch auf der 5. Regionalkonferenz der MAGDEBOOT im März 2013 war der demografische Faktor im Wassersport ein wichtiges Thema.

 

Auf beiden Veranstaltungen wurde klar formuliert, dass wir alle älter werden, so natürlich auch die Bootseigner und die anderen Wassersportler. Alle Altersgruppen besitzen verschiedene Anforderungen an die Umwelt und die Bedürfnisse sind somit sehr unterschiedlich. Während es bei den Jüngeren, hierzu zähle ich vor allem die 20- bis 40-jährigen, noch um Design und Schnelligkeit eines Bootes gehen mag, setzt der ältere Wassersportler mehr auf Technik und auf bording support. Hier wird deutlich, dass diese beiden Bedürfnisse oft nicht miteinander korrespondieren. Bei einem schnellen und durchgestylten Boot fehlt i.d.R. die altersgerechte Ausstattung und ein einigermaßen aufs Alter abgestimmtes Boot ist oft nicht „cool“ genug.

 

Aus der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes ist zu entnehmen, dass der Anteil der über 60-jährigen von 26,3 % im Jahre 2010 auf fast 39 % im Jahre 2050 ansteigt. In der gleichen Zeit geht der Anteil der 20- bis unter 60-jährigen von 55,3 % auf 45,1 % zurück (siehe hierzu Abb. 1).

 

Auch in den Niederlanden steigt die Anzahl der über 64-jährigen von 14,0 % im Jahre 2010 auf 26,1 % im Jahre 2050. Ebenso geht die Zahl der 20- bis 64-jährigen in der gleichen Zeit von 61 % auf 53 % zurück, wie das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS), Den Haag/Heerlen mit Stand vom 27.04.2013 prognostiziert. In diesem Zusammenhang muss man aber fairerweise sagen, dass die Niederlande entgegen dem europäischen Trend an Einwohnern zu nimmt. Die Anzahl von 16,7 Mio. der dort derzeit lebenden Menschen wird lt. CBS im Jahre 2050 auf rd. 17,8 Mio. Menschen ansteigen. Die Niederlande besitzt aber auch eine Fertilitätsrate von 1,75 und nicht wie die Bundesrepublik Deutschland von nur 1,34.

 

Diese negativen Trends gehen auch am Wassersport nicht vorüber. Insbesondere die Segler- und Motorboot(eigner)fahrer werden in den nächsten Jahren weniger und älter. Dies wurde auch auf der Konferenz zur boot 2013 deutlich gezeigt (siehe Abb. 2). Jüngere werden künftig ebf. weniger zu den Bootseignern zählen, da sie sich immer mehr um die im Alter wichtiger werdende Altersversorgung kümmern müssen. Wenn überhaupt die jüngere Altersgruppe dieser Wassersportart nachkommen will, dann mehr als Charterer. Zu stoppen sind diese Entwicklungen nicht, wohl aber zu gestalten und vor allem durch gezielte Anforderungen an den Bootsbau, damit diejenigen, die auch noch im Alter ein Boot als ihr Eigentum nennen wollen, nicht aus Frust und Ärger über eine nicht vorhandene altersgerechte Ausstattung ihr Hobby aufgeben - müssen. Die Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt e.V. – FVSF, Köln hat festgestellt, dass fünf Jahre länger an Bord einem zusätzlichen Umsatzwert von 13 Mrd. Euro für die Wassersportwirtschaft in Deutschland entspricht. Somit müsste also auch die Wirtschaft daran interessiert sein, sich aufs „Älterwerden“ einzustellen.

 

In ihrem neusten Forschungsbericht Nr. 4 hat die FVSF die Folgerungen für den Bootsbau sehr detailliert beschrieben. Anhand verschiedener Altersgruppen wurden für Männer und Frauen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaften der Universität Kiel untersucht, welche Bandbreiten der körperlichen und mentalen Leistungen an Bord erwartet werden. So wurden u.a. folgende Aktivitäten untersucht:

 

                  - Sicheres Gehen und Arbeiten an Bord,

                - Steighöhen,

        - Schrittweiten,

                -  Treppen,

        - optimale Sitzhöhen,

               -   Kräfte und Leistungen beim Holen von Leinen,

       -  Arm- und Handkraft beim Heben und Drehen,

              -   Blickfeld und Beweglichkeit,

              -   Reaktionszeiten und Stress.

 

Beispielhaft werden im Folgenden einige Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt aufgeführt, die für die Bootsbauer zum Umdenken anregen sollten.

 

 

Auf der 5. Regionalkonferenz auf der MAGDEBOOT wurde deutlich gemacht, dass die Barrieren für Segel-Anfänger bisher nicht herabgesetzt wurden. Nun, ich würde hinzufügen, dass auch die meisten Werften von Motorbooten bzgl. einer altersgerechten Ausstattung noch nicht im heutigen Zeitalter angekommen sind.

 

Der Forschungsbericht der FVSF sagt klar, dass Segel- und Motoryachten auch von älteren Menschen bedient werden können, wenn die Boote altersgerecht konstruiert sind. Schon der Einbau von Querstrahlrudern, insbesondere in ältere Boote, führt verständlicherweise zu einer enormen Manövrierverbesserung. Es mag banal klingen, aber auch die Schlafmöglichkeiten sollten in der Höhe angepasst werden können und die Stauräume ohne Verbeugungen erreichbar sein. Vor allem der Sicherheitsaspekt an Bord und in der Marina spielt bei einem älteren Menschen eine wichtige Rolle. So ist es normal, dass das Wohnhaus eine sichere Haustüre besitzt. Gelten diese Voraussetzungen nicht auch für ein Boot?! Ohne hier auf eine altersgerechte Marina eingehen zu wollen, ist die Sicherheit an Bord eng mit der – in - einer Marina verbunden, z.B. sollten die Klampen und Poller in der Höhe beim An- und Ablegen gut erreichbar sein. Stege, die nicht breiter sind als ein Seesack, sind ebenso nicht akzeptabel (siehe hierzu Abb. 3 bis 6).

 

Mir ist bisher nur ein einziges Boot bekannt, dass vor allem auf Menschen mit einer Gehbehinderung abgestimmt ist: Es ist die Aquanaut 1500 Access ARON. Schon der Zugang an Bord wird mit einem Außenlifter sicher gestellt. Die Inneneinrichtung besitzt viele Hilfsmittel, die einen Aufenthalt auf dem Boot bequem macht. So ist die komplette Küchenzeile in der Höhe verstellbar und natürlich mit vielen Sitzmöglichkeiten und dem Cockpit auf einer Ebene. Der Weg in die Kabinen unter Deck ist ebf. mit Lifter möglich. Der Sanitärbereich besitzt ein höhenverstellbares Waschbecken sowie eine Waschliege. Neben der alters- und behindertengerechten Ausstattung ist das Boot auch noch mit einem 150 PS Perkins-Antrieb ausreichend motorisiert. Die Eignerin ist die niederländische gemeinnützige Stichting Aangepaste Watersport Friesland – SAWF in Lemmer, die besonders behinderten Menschen die Teilnahme am Wasserport ermöglichen will (siehe Abb. 7).

 

Mit dem Bau dieses Boot geht die friesische Werft aus Sneek sicherlich noch einen Schritt weiter, doch wird hierdurch deutlich, dass die oben beschriebenen Anforderungen der FVSF im Bootsbau nicht nur möglich sein sollten, sondern auch in naher Zukunft mehr zur Standardausrüstung gehören müssen.

 

Es ist erstaunlich, wie manche Bootsbauer ihre Neuigkeiten auf der hanseboot 2013 präsentierten. Von Umdenken oder Anpassung an die älter werdenden Wassersportler keine Spur. Ein Beispiel zeigt u.a. die neue LINSSEN 42 AC oder das neue Boot Velasco 43 von Jaenneau (Abb. 8 und 9). Steile und schmale Treppen scheinen normal zu sein! Selbst manche Redaktionen von Bootsmagazinen sind der Meinung, dass das Thema „Demografie“ nicht in ihr Portfolio passe, trotz Beteuerung der Wichtigkeit dieses Bereiches.

 

Wir dürfen gespannt sein, welche neuen Boote in den nächsten Jahren vom Stapel gehen und wie sich die Vercharterer auf einen älter werdenden Wassersportler einstellen.

 

Bildquellen (von links nach rechts folgend):

Abb. 1: eigen,  Daten siehe Text

Abb. 2 bis Abb. 6: FVSF - Forschungsbericht Nr. 4

Abb. 7: SAWF und Aquanaut

Abb. 8 und 9: Eigen

 

 

 

 

 

Dieselpest - Eine neue Krankheit ?

Nein, selbstverständlich ist es keine Krankheit, die für Menschen direkt bedrohlich ist. Wohl aber kann sie gefährlich werden.

Mit Dieselpest werden Funktionsstörungen von Dieselmotoren bezeichnet, die von Mikroorganismen versursacht werden und den Dieselmotor zum Stillstand bringen. Geschieht dies mitten im Fahrwasser, so kann man hier schon in arge Bedrängnis geraten.

 

Wenn Temperatur, Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit im Diesel-Treibstoff in idealer Weise zusammenkommen, können diese Mikroorganismen durch Bildung von Bioschlamm Filter, Tank und Zuleitungen verstopfen. Begünstigt wird das Wachstum durch die seit 2010 mögliche Zusetzung von bis zu 7 % Biodiesel und Wasser in Form von Kondenswasser und / oder emulgiertem Wasser im Diesel. Mit einer entsprechenden Außentemperatur können nun die Bakterien, Hefen und Schimmelpilze hervorragend wachsen.

 

Besonders bei Fahrzeugen, die längere Zeit nicht bewegt werden und in denen der Diesel längere Zeit lagert, können diese Schäden auftreten. Im Rahmen der regelmäßigen Wartung sollte also auch der Kraftstofffilter gereinigt und der Tank möglichst entwässert werden. Außerdem ist ein immer gefüllter Tank sehr zweckmäßig.

 

Als vorbeugende Maßnahme kann man dem Diesel Additive beimischen, die die Dieselpest verhindern. Ein solches Additiv ist GROTAMAR71, das sich wohl gut bewährt hat.

 

 

Einsatz von Schleusen-Stewards

An einigen stark frequentierten niederländischen Schleusen setzt die rijkswaterstaat Stewards ein. Sie sollen den Skipper beim Schleusenvorgang unterstützen, damit die Schleuse ohne Gefahren für Leib, Seele und Boot passiert werden kann. Der Skipper sollte aber die Regeln beim Schleusen kennen. Folgende grundsätzliche Dinge müssen unbedingt eingehalten werden.

  1. Bei Annäherung an eine Schleuse oder wachtplaats darf kein Schiff überholt werden,
  2. die Geschwindigkeit ist zu reduzieren,
  3. die Boote werden in der Reihenfolge ihrer Ankunft geschleust,
  4. ein kleines Boot fährt grundsätzlich hinter einem großen in die Schleuse.

Die Stewards beantworten Fragen und helfen beim Festmachen. Sie arbeiten unter Aufsicht des Schleusenmeisters. Es werden 52 Schleusenstewards an 11 Schleusen eingesetzt. An folgenden Schleusen wird die Unterstützung angeboten:

 

Schleuse

Fahrweg

Einsatzzeit

Roggenbotsluis (Dronten)

Veluwe randmeeren

13.07. – 18.08.2013

Nijkerkersluis (Nijkerk)

Veluwe randmeeren

13.07. – 18.08.2013

Sluis Eefde (Eefde)

Twentekanaal

06.07. – 18.08.2013

Oranjesluizen (Amsterdam)

Het IJ – Buiten IJ Ijmeer

01.07. – 30.08.2013

Grevelingensluis (Bruinisse)

Oosterschelde – Grevelingenmeer

06.07. – 25.08.2013

Zandkreeksluis (nabij Goes)

Oosterschelde - Veerse Meer

06.07. – 25.08.2013

Sluis Born (Born)

Julianakanaal

29.06. – 18.08.2013

Sluis Maasbracht (Maasbracht)

Julianakanaal

29.06. – 18.08.2013

Sluis Sambeek (nabij Boxmeer)

Maas

24.06. – 14.07.2013

Sluis Belfeld (Belfeld)

Maas

24.06. – 14.07.2013

Sluis Linne (Heel)

Maas

29.06. – 18.08.2013

 

 

Weitere Informationen: www.rijkswaterstaat.nl oder 0800-8002 (kostenfrei).

Führerscheinneuerungen in den Niederlanden

Ab Mitte 2014 wird die Altersgrenze zum klein vaarbewijs in den Niederlanden abgeschafft. Bisher war der Bootsschein nur bis zum Alter von 70 Jahren gültig. Danach musste man mit Nachweis eines Gesundheitszeugnisses die Prüfung neu machen und der Schein war wieder fünf Jahre gültig. Diese Grenze wird nun abgeschafft.

 

 

 

Schleuse Stavoren erst 2014 fertig!

Aus Gesprächen zwischen der Provinz Friesland und des niederländischen Bauunternehmens Ballast Nedam aus Nieuwegein/Privinz Utrecht kann man entnehmen, dass die neue Schleuse wahrscheinlich erst im Frühjahr 2014 fertig sein wird. Seit der Entdeckung von Bodenverunreinigungen im November 2012 wird der bisherige Zeitplan nicht einzuhalten sein. Es musste ein Sanierungsplan ausgearbeitet werden und der verunreinigte Boden vorschriftsmäßig entsorgt werden, bevor die Arbeiten zur Schleuse fortgeführt werden konnten. Zurzeit sind die Bauarbeiten wieder im vollen Gange:

 

http://bouw.webcam.nl/stavoren/

 

Schleusungen sind bis dahin nur in der alten Schleuse im Stadthafen Stavoren möglich. Hier ist aber der max. Tiefgang von 1,5 m zu beachten.

 

 

 


Wissen Sie, was ein "notified body" ist? Dies ist eine nach der Schiffsausrüstungsrichtlinie beim BSH-Cert eingerichtete Stelle, die in einem Konformitätsbewertungsverfahren u.a. Positionslampen, Rettungsmitel und Brandschutzmittel sowie Funk- und Navigationsausrüstung zuläßt. In diesem Verfahren wird die Konformität der Produkte mit Mindestanforderungen an Normen und Standards durch Überprüfung von Baumustern und einer Überwachung der Produktion sicher gestellt.

E10 – Kraftstoff – Ein Thema für den Bootssport ?

Wir meinen schon, denn nicht jedes Boot fährt mit Diesel-Kraftstoff. Das in diesem Sprit enthaltene 10 %-ige Ethanol verträgt nicht jeder Motor. Dichtungen, Gummischläuche und Filter können durch die Eigenschaften von Lösungsmitteln beschädigt werden. Weiterhin ist Ethanol unter Druck korrosiv gegenüber Aluminium. Schließlich hat Ethanol die Eigenschaft, Wasser anzuziehen und zu binden. Besonders nach einer Winterlagerung kann man eine Überraschung erleben, wenn man Sprit und Wasser im Tank hat. Wenn also E10 getankt werden muss, sollte dies nur bei den Motoren geschehen, die ausdrücklich vom Hersteller für E10 freigegeben worden sind.

 

Nach Firmenangaben möchte ich auf folgendes hinweisen:

 

EVINRUDE gibt bekannt, dass bei den mit E10 zubetankenden Motoren dann keine Probleme entstehen, wenn die von BRP/Evinrude angegebenen Kraftstoffqualitäten verwendet werden. HONDA empfiehlt für alle 4-Taktmotoren nur E10-Kraftstoff zu verwenden, der nicht älter als 30 Tage ist und vorher in einem zugelassenen Kraftstoffbehälter aufbewahrt wurde. MERCURY/MARINER/MerCruiser-Motoren sollten nach Möglichkeit aufgrund der negativen Auswirkungen von E10 nicht verwendet werden, wenn immer dies möglich ist. Steht einmal kein Kraftstoff ohne Ethanol zur Verfügung, sollte der Motor auf Undichtigkeiten und Anomalitäten beobachtet werden. SUZUKI gibt grünes Licht für den Gebrauch von E10 für 4-Takt-Motoren ab dem Produktionsdatum 01.01.1996. Weiterhin sollte E10, der länger als 30 Tage gelagert worden ist, nicht mehr verwendet werden. Für 2-Takt-Motoren aus dem Hause SUZUKI gibt es bei den Modellen DTS, DT8C, DT9.9C und DT15C ebf. keine Einschränkungen bei der Benutzung von E10. Weiterhin heißt es, dass bei Verwendung von E10 für Motoren mit Vergaser das Motorlaufverhalten eingeschränkt  werden könnte. Bei VOLVO Penta-Motoren kann E10 getankt, die Wartung des Kraftstoffsystems aber mit größter Sorgfalt durchgeführt werden. Außerdem empfiehlt VOLVO den Einbau eines Kraftstofffilters mit Wasserabscheider, der den Vorschriften der US-CoastGuard sowie den ABYC-Normen entspricht. YAMAHA gibt bekannt, dass alle Außenborder (2-Takt und 4-Takt) ab dem Modelljahr 2003 mit E10 betankt werden können. Es wird aber empfohlen, einen Kraftstofffilter mit Wasserabscheider zu verwenden. Schließlich sollte der Kraftstoff E10, der länger als sechs Wochen gelagert worden ist, nicht verwendet werden. Eine Umrüstung älterer YAMAHA-Modelle auf den Betrieb mit E10 ist nicht möglich.

 

Als Fazit steht fest, dass der Aufwand bei der Benutzung von E10 wesentlich höher ist, als bei der Nutzung des bisherigen Kraftstoffes, wenn sich der Skipper an die Vorgaben der Motorenhersteller hält. Das Tanken von E10 muss jeder für sich entscheiden.

 

 

 

ANWB-Waterkaarten APP für iPhone und iPad

 

Wer ein iPhone oder iPad besitzt, kann sich auch die ANWB-Wasserkarten aufs Handy laden. Die Wasserkarten liegen komplett mit allen Informationen der niederländischen Wasserwege, Yachthäfen und Öffnungszeiten von Brücken und Schleusen vor. Der Download ist kostenfrei und der Gebrauch ist für 7 Tage ebf. gratis. Danach sind entweder pro Woche 3,99 €, pro Monat 8,99 € oder pro Jahr 34,99 € zu zahlen. Die Adresse der Downloadseite ist

 

http://www.anwbwatersport.nl/vaarinformatie/waterkaarten_wateralmanak_cursusboeken/waterkaarten-app-iphone-ipad.html

 

Auf dieser Seite ist Näheres über das neue APP zu erfahren.

 

 

Knooppuntenboekjes

 

Wollen Sie eine Route planen, so helfen Ihnen sicherlich die knooppuntenboekjes. Schauen Sie sich diese unter der Seite Reviere & Routen einmal an.

 

 

 

 

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